Die Pyramide
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Verfall stoppen

Phase 1 Ausgangssituation 

 
      

Die Pyramide   befindet sich in einem ruinösen, starkvernachlässigten Zustand. Das obere Drittel der Feldsteinpyramide fehlt, die seitlichen Aufstiegsrampen sind kaum noch zu erkennen. Die Decke des gemauerten Innenraumes ist komplett einstürzt. Somit befinden sich sowohl im Inneren als auch auf den Außenseiten der Pyramide ca. 1 – 2 m hohe Schuttlagen, die von Büschen und kleinen Bäumen bewachsen sind. Die Ziegelsteine im Innenraum weisen vielfachFrostabsprengungen und sonstige Schäden auf. Der Mauermörtel ist ohne Bindekraft. Vom Innen- putz sind nur noch vereinzelt Spuren erkenn- bar. Von Fenstern und Türen existieren keine Holzreste. Die Vermörtelung der Feldsteinverblendung ist nur noch stellenweise gegeben, so dass viele Steine lose im Verbund liegen. Es besteht die Gefahr, dass bei Unterlassung von Sicherungsmaßnahmen ein beschleunigter Verfall des Denkmals eintritt und dann auch die jetzt noch ablesbaren Formen der Gesamtgeometrie und des Innenraumes verloren gehen. 


Fotos vom Mai 2002Juni 2002Juli 2002,   November 2002

Zielstellung der Phase 1

Der derzeitige Zustand des Bauwerkes erfordert kurzfristig Sicherungsmaßnahmen, die einen weiteren Verlust an Substanz verhindern. Erstes und vorrangiges Ziel ist es daher, zunächst einen Zustand der Pyramide herzustellen, der das Bauwerk konstruktiv und statisch sichert und es im Äußeren widerstandfähig gegen Witterungseinflüsse macht, um so für viele Jahre den weiteren Verfall zu stoppen.
Gleichzeitig werden die Sicherungsarbeiten dazu genutzt, detailliertere Erkenntnisse über den ursprünglichen Zustand des Bauwerks zu gewinnen und damit auch seinen Denkmalwert genauer dokumentieren zu können. Insbesondere ist bei der Schuttberäumung damit zu rechnen, dass entweder im Schutt oder an den freigelegten Wandflächen Putz- und Farbreste zu finden sind oder Fundstücke angetroffen werden, die Aufschluss über konstruktive Details geben können.
Die denkmalgerechte Bearbeitung des Vorhabens erfordert das Erstellen einer Ausgangsdokumentation sowie die messtechnische, zeichnerische und fotografische Begleitung der Sicherungsmaßnahmen.
Die Festlegung, wie der angestrebte Endzustand der gesicherten Pyramide aussehen soll, wird in Abstimmung mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde, dem jeweiligen Erkenntnisstand beim Fortgang der Arbeiten entsprechend, getroffen.

 Reihenfolge erster Arbeiten

    1. Fotografische und zeichnerische Dokumentation des Ist-Zustandes. Wünschenswert ist, die professionelle
       Anfertigung von Messbildaufnahmen der vier Außenseiten sowie des Innenraumes.
                   - Strauchwerk und kleinere Bäume wurden am 26.04.2001 und am 22.-25.06. entfernt, da
                     der Bewuchs die Sicht behindert, und so Messbildaufnahmen nicht möglich wären
                   - Am 27.06. wurden Messbildaufnahmen gefertigt
    2. Festlegen des Dokumentationsrasters für spätere Arbeiten, Anlegen von Messpunkten
                   - Ein 32 m Raster wurde festgelegt, Messpunkte gesetzt. Eine Nullinie wurde bestimmt. Sie liegt noch
                     höher als die eigentliche Nullinie, weil erst die Freilegung des Fußbodens Aufschluß bringt. Die
                     Nullinie wird später korrigiert.(27.06.)
    3. Restauratorische Untersuchungen an bereits jetzt zugänglichen Putz- und Farbresten
                   - Es wurden Putzproben mit Farbresten gesichert. Mörtelproben aus dem Feldstein - und
                     Backsteinmauerwerk werden untersucht um Verträglichkeiten mit heutigem Materialien  zu
                     überprüfen. (27.06.)
    4. Schaffung der logistischen Voraussetzung für die Aufnahme der Arbeiten (Materialcontainer, Absperrung)
                 - ein Aluminiumcontainer konnte gekauft und aufgestellt werden (30.10.)
    5. Einbauen einer aussteifenden Holzrüstung mit Bohlenlage unter den überhängenden Mauerkronen als
       Schutz- und Arbeitsebene
                   - erfolgte am 12.07.
    6. Entfernen von Bewuchs in unmittelbarer Umgebung des Bauwerks
                   - die Freilegung hat begonnen (23.05.)
    7. Abschnittweises Beräumen von Schutt mit gleichzeitiger geordneter Lagerung wiederverwendbarer Steine
       Fundstücke, nach Planquadraten zugeordnet, werden  im Container verwahrt.
                   - wird ab dem 23.05. durchgeführt
    8. Schutz von Befunden durch Folien o.ä.
                   - wird ab dem 23.05. durchgeführt
    9. Entfernen aller organischen Bestandteile (Wurzeln, Gräser, Büsche, Baumstümpfe) aus dem Mauerwerk.
       Dabei werden lose und abgängige Steine sofort provisorisch in der Ursprungslage gesichert. Die dafür
       erforderliche Technologie muss vor Ort erprobt werden (wahrscheinlich kleinere Abschnitte säubern, dabei
       Steine markieren und sofort wieder vermörteln).
                   - wird ab dem 23.05. durchgeführt
    10. Einbringen von erforderlichen Stütz- und Hilfskonstruktionen
                   - nicht möglich
    11. Herstellen eines statisch und konstruktiv stabilen Zwischenzustandes (mit Austausch stark geschädigter
         Ziegel) in Abhängigkeit von der Zielstellung .
                  - im  Keller wurden die Wände mit den ausgebrochenen Feldsteinen wieder vermauert
    12. Vermauern und Verfugen der Steine zur Herstellung einer witterungsbeständigen Mauerwerksoberfläche
                 - Löcher und die nördliche Seite wurden mit Mörtel vermauert um es dem Frost nicht zu vereinfachen 
    13. Es wird an eine Dachkonstruktion gedacht, die den geräumten und gesäuberten Pyramidenkörper vor
         Witterungseinflüssen schützt.
                - es wird ein Dach über die Pyramide gebaut um die nächsten Jahre den Innenraum zu schützen

Mitwirkende...

Architekturbüro M. Selle Berlin, Vereinsmitglieder, Bildmeßstelle Berlin , Restauratoren, Werner Berg, Holger Hinkel, Die Studenten um Dr. Ch. Tietze,  Afg Rehfelde

Besonderem Dank gilt Gerhard Lang -Lichtenow,  Manfred Breitenfeld - Petershagen, Norbert Neitzel - Neuenhagen und Willi Draht - Rehfelde für die Freilegung der Pyramide im Rahmen einer SAM.

Fa. Schaarschmidt Strausberg (Gerüste), Fa. Bauausführung Rosendahl Altlandsberg, Zimmerei Thomas Wellner Berlin


 

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